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Praxis Sans Frontières

Praxis Sans Frontières

Distrikt 111 - Süd Mitte | 16. Februar 2026 | Wolfgang Clärding
Von links nach rechts: Nathanael, Harone, Christine Lavison, Maxime und Yassine beim Lions Abend. Quelle: Lions Club Wertheim |

Deutsch-französischer Berufsaustausch für junge Talente

Der Lions Club Wertheim baut Brücken nach Frankreich: Seit 2024 ermöglicht das Austauschprogramm jungen Berufsschülern aus Toulon wertvolle Praxiserfahrung in Wertheimer Unternehmen. Ein Projekt, das Völkerverständigung lebendig macht.

We Serve gelebte Völkerverständigung

Was 2024 als Pilotprojekt begann, hat sich zu einem festen Bestandteil des Lions-Engagements in Wertheim entwickelt. Unter dem Namen „Praxis Sans Frontièrs „ organisiert der Lions Club Wertheim jährlich einen vierwöchigen Berufsaustausch für Schüler des Lycée professionnel aus Toulon in Südfrankreich. Das Projekt verkörpert die Kernziele von Lions Clubs International: den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern zu wecken und zu erhalten, aktiv für die kulturelle und soziale Entwicklung der Gesellschaft einzutreten sowie Freundschaft als Ziel und nicht als Mittel zum Zweck zu betrachten.

Der aktuelle Austausch 2026

Bereits zum zweiten Mal begrüßte Wertheim im Januar vier junge Franzosen im Alter von 17 bis 18 Jahren. Im Rahmen ihrer Ausbildung zum Baccalauréat professionnel – vergleichbar mit dem deutschen Fachabitur – absolvierten sie ein Pflichtpraktikum bei regionalen Betrieben. Harone (18) sammelte Erfahrungen in der Klima- und Heizungstechnik bei der Firma Hiller, Nathanael (17) und Yassine (17) arbeiteten als angehende Elektroniker bei haprotec bzw. autech-Tesla, und Maxime (18) vertiefte sein Wissen in der Kfz-Technik bei Szabo mobility. Untergebracht waren die Gäste im Club-Hotel Bestenheider Stuben.

Mut zur Sprache, Mut zur Erfahrung

Die jungen Franzosen hatten erst vor Kurzem mit dem Deutschunterricht begonnen – dennoch wagten sie den Schritt ins Ausland. Diese Entscheidung erfordert Mut und wurde von den Betrieben sehr geschätzt. Yassine berichtete begeistert: „Ich konnte viel Erfahrung sammeln. Die gute Organisation und Genauigkeit haben mir gut gefallen. In Deutschland ist die Arbeit strukturierter und pünktlicher.“ Nathaniel ergänzte: „Mein Ziel ist es, später im Ausland zu arbeiten. Die Freundlichkeit der Menschen, egal ob im Unternehmen, im Hotel oder bei den Lions, hat mir sehr gut gefallen.“ Alle vier Praktikanten werden das Programm an ihrer Schule weiterempfehlen.

Mehr als ein Praktikum

Projektleiter Wolfgang Clärding organisierte neben dem Praktikum ein abwechslungsreiches Begleitprogramm: Betriebsbesichtigungen bei regionalen Unternehmen wie der Ludwig Schneider GmbH & Co.KG erweiterten den beruflichen Horizont. Kulturelle Ausflüge nach Würzburg, Frankfurt und zum Porsche Museum in Zuffenhausen rundeten den Aufenthalt ab. Bei einem Lions-Clubabend berichteten die Praktikanten von ihren Erfahrungen und wurden herzlich in der Gemeinschaft aufgenommen.

Freundschaften über Grenzen hinweg

Das Projekt verfolgt einen langfristigen Ansatz: Jahr für Jahr sollen Beziehungen und Netzwerke zwischen Deutschland und Frankreich wachsen. Christine Lavison, Deutsch- und Französischlehrerin am Lycée professionnel und Koordinatorin auf französischer Seite, kennt Wertheim seit ihrer Jugend – als 16-Jährige nahm sie selbst an einem Schüleraustausch mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium teil. „Ich empfinde einen gewissen Stolz, wenn meine Schüler in meine Fußstapfen treten und sich getrauen, etwas Neues zu erleben “, erklärt sie. Das Ziel ihrer Schule sei es, dass die Schüler neue Horizonte außerhalb von Frankreich erschließen können. Diese persönlichen Verbindungen entsprechen dem Lions-Grundsatz, dass internationale Verständigung ein gründliches Kennenlernen der Probleme anderer Völker und persönliche Beziehungen voraussetzt. Sie soll sich nicht in gesellschaftlichen Kontakten erschöpfen, sondern zu gemeinsamem Handeln führen.

Dank an die Partner

Das Projekt lebt vom Engagement der regionalen Wirtschaft. Der Lions Club Wertheim dankt herzlich den vier Betrieben, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellten: autech-Tesla und haprotec (Elektrotechnik), Hiller Haustechnik (Klima und Heizungstechnik) sowie Szabo mobility (Kfz-Technik). Einige Betriebe sind bereits zum zweiten Mal dabei. Ein besonderer Dank gilt auch dem Hotel Bestenheider Stuben für die Unterstützung bei der Unterbringung.

Ausblick: Mitmachen erwünscht!

Wolfgang Clärding blickt optimistisch in die Zukunft: „Ich war sehr positiv überrascht, wie offen unsere Ertheimer Handwerksbetriebe sind. Ich hoffe, dass wir das Projekt am Leben erhalten können, und ich freue mich schon auf das nächste Jahr.“ Der Lions Club Wertheim sucht weitere Unternehmen aus der Region, die einen vierwöchigen Praktikumsplatz in technischen oder handwerklichen Berufsfeldern anbieten möchten. Die Anforderungen sind überschaubar: Gefragt ist vor allem die Bereitschaft, mit motivierten jungen Menschen zu arbeiten, deren Deutschkenntnisse noch im Aufbau sind.

Kontakt: Wolfgang Clärding, Lions Club Wertheim, w.claerding@gmail.com

„Es macht mir sehr viel Freude, mich um die jungen Menschen kümmern zu dürfen. Ich respektiere ihren Mut, so einen Schritt zu machen. Ich hoffe, sie können etwas für ihr zukünftiges Leben mitnehmen.“


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